Andacht Januar 2018

„Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst.“ (Offb. 21, 6)

Liebe Freunde,

die diesjährige Jahreslosung erinnert uns an unsere Bedürftigkeit als Menschen: Wir verspüren Durst, wenn wir einen bestimmten Mangel an Flüssigkeit für unseren Körper haben.

Darüber hinaus gibt es ein Verlangen in uns, das über dieses biologische Grundbedürfnis hinausgeht: Wir sehnen uns nach Leben; nach erfülltem Leben, das nicht nur eine innere Qualität hat, sondern darüber hinaus auch unvergänglich ist.

Gegenwärtig leben wir zumindest in der westlichen Welt in einem Überangebot an entsprechenden „Durstlöschern“: Die Wellnessindustrie lockt uns mit der Aussicht nach einem perfekten Körper; Extremsportarten, die für die breite Masse zugänglich sind, versprechen uns den ultimativen „Lebens-Kick“, usw. Und dennoch kann man den Eindruck gewinnen, wirklich zufriedener ist die Menschheit dennoch nicht geworden. Der Durst nach Leben ist nach wie vor groß. Wie lässt sich das erklären? Es liegt daran das Gott jedem Menschen Leben in zweifacher Weise geschenkt hat:

Da ist zum einen das natürliche Leben, was das Neue Testament mit  „Bios“ ausdrückt: Wir verfügen über einen Leib, haben bestimmte biologische Grundbedürfnisse die zu Krankheit und Tod führen, wenn sie auf Dauer nicht bedient werden (Schlafen, Essen, Trinken, usw.)

Wir tragen darüber hinaus zum anderen aber auch das ewige Leben in uns, was im Griechischen mit dem Wort „Zoäh“ gemeint ist: Der Wunsch nach erfüllten Leben, das auch mit dem Tod nicht endet.

Da wir diesen Wunsch nach diesem Leben in uns tragen; verspüren wir diesen Durst nach einem erfüllten und ewigen Dasein in uns. Weil wir Menschen aber die Beziehung mit Gott verloren haben, haben wir damit auch die Quelle verloren, die diese Sehnsucht stillen kann und suchen woanders nach Erfüllung. Oder anders ausgedrückt: Der natürliche Mensch, der Gott nicht kennt, versucht den Durst nach „Zoäh“-Leben im „Bios“-Leben zu stillen; und das kann nicht funktionieren! Die gute Nachricht, die uns das Wort Gottes garantiert: Gott ist ein Gott des Lebens, der uns Leben schenken will! Und der Herr lädt uns mit der Jahreslosung ein zu ihm zu kommen mit unserem Lebensdurst. Ja, wir dürfen auch als Christen das Bios-Leben mit Dankbarkeit annehmen und im Rahmen seiner Gebote leben: Die Freude über unseren Ehepartner, den er uns geschenkt hat, der Genuss eines guten Weines, die Erfüllung im Beruf, die Erholung durch einen schönen Urlaub, usw. Aber: Unseren Durst nach dem „Zoäh“ – Leben kann nur der Herr selbst stillen so wie es Jesus Christus einmal selbst gesagt hat: „Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes geht“ (Mt. 4, 4 bzw. Dtn. 8, 3). Der Sohn Gottes verschafft uns Zugang zu diesem Leben und zu dem Wasser des Lebens; in ihm haben wir die ganze Fülle des „Zoäh“-Lebens. Dabei spielen das Wort Gottes und der Heilige Geist eine entscheidende Rolle.

Für das Jahr 2018 wünsche ich uns ein Doppeltes: Zum einen dass wir immer wieder zu Jesus Christus kommen und von diesem „Wasser des Lebens“ nehmen. Es kostet uns nichts, denn er hat dafür bezahlt am Kreuz. Zum anderen das dieses Zoäh-Leben durch uns auch auf andere Menschen überströmt und ihren Durst nach Leben stillt.

Ihr / Euer   Peter Stenger